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Geschichte

Jahres-
Chronologie
OEW


1909

Am 20. Dezember 1909 gründeten die Amtskörperschaften von Tettnang, Ravenburg und Wangen im Konzerthaus von Ravensburg den Bezirksverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke (OEW). Dies war das erste gemeinnützige Unternehmen, das in Württemberg von mehreren Gemeinden gemeinsam gegründet wurde.


1910 - 1920

Bis zum 1. Mai 1910 traten noch weitere Gemeinden bei: Biberach, Blaubeuren, Ehingen, Laupheim, Leutkirch, Riedlingen, Saulgau Münsingen und Waldsee. Außerdem kamen noch hinzu die preussischen Bezirke Gammertingen, Hechingen und Sigmaringen und 1912 der Gemeindeverband Elektrizitätsversorgung für die Ulmer Alb-Gemeinden. 1920 Beitritt Reutlingens zur OEW; 1921 Beitritt Balingens.


1921

Gründung der Badischen Landes-Elektrizäts-Versorgung AG als staatliches Unternehmen und Beteiligung der Badischen Landes-Elektrizäts-Versorgung AG am Großkraftwerk Mannheim


1922

vereinbarten OEW, das Land Vorarlberg und die Bündner Kraftwerke AG in Chur per Landesvertrag den Ausbau und die Energienutzung des Lünersees und der oberen Ill.


1923

Illerkraftwerke wurden in den Jahren 1923 - 1927 in Betrieb gesetzt. Die Wasserkraftwerke sind bis heute noch die grössten in Württemberg und liefern 150 000 Kwh. Mit den Vorarlberger Illwerken begann eine internationale Zusammenarbeit.


1924

Auf dieser Grundlage wurde 1924 die Vorarlberger Illwerke GmbH (VIW, ab 1927 AG) gegründet, an welcher der OEW 42,5 % der Anteile hielt.


1926

Badische Landes-Elektrizäts-Versorgung AG baut das erste Pumpspeicher Schwarzenbachwerk und schließt ihr Stromnetz mit der Schweiz und der RWE zusammen. Zwei Jahre später wird sie einer der Gründer der Schluchseewerk AG


1931

Die OEW streben den Aufbau einer einheitlichen württembergischen Landesstromversorgung an. Dies führte 1931 zur Fusion mit dem Bezirksverband Heimbachkraftwerk Freudenstadt (Bezirke Horb, Sulz, Oberdorf, Freudenstadt). Damit gehörten seit 1931 der OEW insgesamt 19 Bezirksverbände an. 1920 kamen Reutlingen und Urach hinzu, 1921 Balingen.


1933

wandelte eine Satzungsänderung den Bezirks- in einen Zweckverband.
 
 


1938

Die Badische Landes-Elektrizäts-Versorgung AG wird in Badenwerk AG umbenannt, dann Zwangszusammenschluss, Zentralisierung auf Anweisung. Elektrizitäts- und Gasversorgung stand unter umfassender Aufsicht des Staates - gegen die demokratischen Instrumente des Interessenausgleichs. Kesseltreiben gegen OEW-Direktor Adolf Pirrung. Die Amtskörperschaften wurden geschwächt, Verbandsversammlungen abgeschafft. Alle Zweckverbände, darunter als größter die OEW, übertrugen ihr gesamtes Vermögen auf das neu gegründete Verbundunternehmen "Energie-Versorgung Schwaben A. G." (EVS) - und erhielten dafür ein Stück Papier: Aktien.


1945

Gleich nach Kriegsende diskutierten die OEW ihre neue Zukunft. Adolf Pirrung - wieder als Direktor installiert - kam schnell zum Punkt: der Funktion der EVS. Nicht ohne Tücken: Satzungsänderungen, Vorsitzdiskussionen, Rechtsfragen, Legitimierungen, Finanzbewertungen ... bis Oktober 1950 hatte man noch nicht mal eine neue Satzung, aber in jeder Hinsicht den Wandel vom Stromproduzenten zum Shareholder vollzogen. Aber es ging wieder aufwärts ....


1952

... Deutschland erfindet sich neu. Nach Jahren des Verzichts die "Fresswelle" als Synonym für Erlebenslust. 1952 erhöhen die OEW ihre Anteile bei der EVS auf 38,24%. Die Elektrifizierung boomt. Bis 1955 müssen 60% des Stroms aus fremder Erzeugung bezogen werden.
1954 Bau des Rheinhafen-Dampfkraftwerkes Karlsruhe (Badenwerk AG)


1964

stürmisches Wirtschaftswachstum, Elektrizität ersetzt endgültig Wasserkraft und Dampf, Energie wird zum wichtigsten Wirtschaftsmotor. Inmitten dessen: 1964 Beteiligung der EVS am Bau des ersten deutschen Kernkraftwerkes in Obrigheim.


1968

1968: Inbetriebnahme KKW Obrigheim
1970: weitere Beteiligung der EVS an KKW Philippsburg und Neckarwestheim
1972: Weitere Erhöhung der Anteile an der EVS auf 43,25 %
1970ger: RWE liefert der EVS ein Drittel des Stroms. Bau neuer Dampfkraftwerke in Heilbronn und Marbach


1973

Kreisreform: Es gibt nur noch 35 Landkreise in Baden-Württemberg, Teile des Badenwerk-Versorgungsgebietes kommen zur EVS - Ausgangspunkt späterer Fusionsgedanken. Badenwerk beteiligt sich mit 7,5 % am KKW Leibstadt/CH, 1974 mit 7,5 % an KKW Kaiseraugst/CH und, zusammen mit der Electricité de France (EDF), an der Rheinkraftwerk Iffezheim GmbH


1984

1984: Beschluss der Verbandsversammlung über den Ankauf von 10 % der Badenwerk AG Karlsruhe ab 1.1.1986.
1985: KKW Philippsburg geht ans Netz
1986: Einführung der Rauchgasreinigung im Steinkohlekraftwerk Heilbronn
1988: OEW finden die mit 0,07 % am Verbandsvermögen beteiligten Gemeinden Öschingen und Talheim (nach der Kreisreform nun zur Stadt Mössingen zugehörig) ab
1989: erste Gespräche über Fusion EVS und Badenwerk scheitern


1992

1990ger: Im Zuge der Weichenstellung für den europäischen Binnenmarkt zeichnet sich die Liberalisierung des Strommarktes ab.
1992: Ein zweiter Versuch einer Fusion EVS mit Badenwerk scheitert ebenfalls an der Frage über den Sitz des künftigen Unternehmens: Stuttgart oder Karlsruhe
1993: Ministerpräsident Erwin Teufel vermittel einen Kompromiss - Badenwerk Arbeitnehmervertreter lehnen jedoch ab
1995: Erneuter Vorschlag zur Fusion durch Erwin Teufel: Bildung einer Energieholding Baden-Württemberg mit Aktien des Landes und anderer kooperationswilligen Gesellschafter.
1995: Ministerpräsident Teufel und dem Ravensburger Landrat Dr. Guntram Blaser gelingen die Fusion zwischen Badenwerk und EVS zur heutigen EnBW, Energieversorgung Baden-Württemberg.
1995: OEW-Vorstand Guntram Blaser wird über eine Stimmbindungsgesellschaft zur Gründung des Energieverbundes BW (EBW) ermächtigt.


1995

1995: Parafierung der Vertragsentwürfe für den neuen Energieverbund
1996: Vertragsunterzeichnung zur Gründung der EBW als Grundlage der späteren Fusion
1996: stimmen Aufsichtsräte der EVS und Badenwerk AG der Fusion zu
1997: 12. Mai, Fusion EVS mit Badenwerk, Verschmelzungsvertrag, Gründung der EnbW
1997: OEW besitzen 19,51 % Badenwerksaktien
1997:, 20.8., EBW i.G. wählt Gerhard Goll zum Vorstandvorsitzenden, Aufsichtratsvorsitzender wird Dr. Guntram Blaser, die OEW sind mit 34,5 % Hauptaktionär der EBW
1999 Das für eine Öffnung des Strommarktes geänderte Energiewirtschaftsgesetz tritt am 28. April in Kraft.
1999: Vollfusion unter Auflösung der AGs "EVS neu" und "Badenwerk neu"
1999: Umbenennung in EnBW (August)


1999

leitet das Land den Verkauf seiner Landesanteile an der EnBW ein, um durch einen strategischen Investor die EnBW in ihrer Selbstständigkeit zu stärken. Der Lenkungsausschuss spricht sich für die französische EdF aus. Ministerpräsident Erwin Teufel verkauft die landeseigenen EnBW-Aktien und gründet die Landesstiftung BW, deren Zinserträge in den Folgejahren u.a. für Forschung und Wissenschaft ausgegeben werden.


2000

Am 19. Januar unterschrieb der baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel mit dem Finanzchef der Electricité de France (EDF) den Kaufvertrag über 25,01 Prozent der Anteile an der Energie Baden-Württemberg (EnBW). Durch den Verkauf an die EDF, der größte Stromkonzern der Welt, verspricht sich das Land eine bessere Sicherheit für das Überleben im deregulierten Energiemarkt. 4,7 Milliarden Euro bringt der Verkauf in die Landeskasse.

Teufel sah gerade bei einem ausländischen Partner die Chance, auch außerhalb des eigenen Netzgebiets im deutschen Markt zu wachsen, die Wertschöpfung und Arbeitsplätze im Land zu erhalten und weiter auszubauen. Alle innerdeutschen Lösungen hingegen hätten möglicherweise gegenteilige Folgen gehabt.

Mit dem Verkauf seiner Anteile schied das Land als Aktionär der EnBW aus. Die im Land bestehenden strukturellen Interessen an der eigenständig bleibenden EnBW sollten von den OEW gewahrt werden. Ein Konzept, das die damalige Opposition aus Grünen und SPD als "illusionär" und "naiv" bezeichnete. Zu groß sei der Hunger des Strom-Giganten EDF nach mehr, nach Ausweitung seiner Macht. Der Kaufvertrag sollte darum erst in Kraft treten, wenn sich EDF und OEW auf eine einvernehmliche Regelung ihrer Zusammenarbeit geeinigt hätten. Gleichzeitig gilt das Paritätsprinzip: Die EDF darf ihre Anteile nur bis zur Höhe der OEW-Anteile aufstocken. Beide halten an der EnBW 45,01 %.


2001

EDF-Beteiligung an EnBW wird rechtswirksam.
Der 1999 formulierte Konsortialvertrag mit EdF läuft bis 2011.
 


2009

Die OEW, nach dem Krieg und Rückzug aus dem operationalen Geschäft der Öffentlichkeit kaum bekannt, erinnert als "Schweigekartell mit öffentlicher Madonnenpflege" (Zitat Josef-Otto Freudenreich, Stuttgarter Zeitung) am Gründungsort des Ravensburger Konzerthauses mit einer für ihre Verhältnisse ungewohnt feierlichen Gala und vielen Ehrengästen an ihr 100-jähriges Bestehen im Dienste der gemeinnützigen Energieversorgung.


2011

Das Land kauft dem französischen EnBW-Anteilseigner EdF ihr Aktienpaket für rund 4,7 Milliarden Euro ab und wird damit neben den OEW zum zweiten EnBW-Hauptaktionär - dies befristet, wenn es nach dem damaligen Ministerpräsidenten Mappus geht, der den Anteil nach einer gewissen Frist wieder kostenneutral für die Landeskasse weiterverkaufen wollte.


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